Reisemedizinische Beratung – was Ihre Praxis für Sie tun kann
9. März 2026
Redaktion & KIFernreise geplant? Wir erklären, was zur Reisemedizin gehört, was die Krankenkasse übernimmt – und was nicht.
Aktualisiert am 22.10.2026
Ob Kurzurlaub in Europa oder Fernreise: Welche gesundheitlichen Vorbereitungen sinnvoll sind, hängt vom Reiseziel, der Jahreszeit, Ihren Aktivitäten und Ihrer persönlichen Gesundheit ab. Vereinbaren Sie möglichst sechs bis acht Wochen vor Abreise eine Reiseberatung. Auch bei kurzfristigen Reisen lohnt sich eine Beratung: Manche Schutzmaßnahmen sind noch kurz vor dem Start möglich.
Was gehört zur Reiseberatung?
Wir besprechen Reiseroute, Aufenthaltsdauer, geplante Aktivitäten, Vorerkrankungen, Medikamente und Ihren bisherigen Impfschutz. Je nach Situation gehören dazu:
- Impfungen: Standardimpfungen überprüfen und gegebenenfalls Reiseimpfungen planen. Gelbfieberimpfungen dürfen nur zugelassene Impfstellen durchführen.
- Malariaschutz: Ob vorbeugende Medikamente nötig sind, richtet sich nach dem konkreten Reisegebiet und Ihrem persönlichen Risiko. Die Einnahme beginnt je nach Präparat vor der Einreise und wird während sowie nach dem Aufenthalt im Malariagebiet fortgeführt. Bei Atovaquon/Proguanil sind in der Regel sieben Tage, bei Doxycyclin oder Mefloquin vier Wochen danach vorgesehen. Maßgeblich ist Ihr individuell verordneter Einnahmeplan; bitte nicht einfach bei der Heimreise absetzen.
- Mückenschutz: Geeignete Repellents, bedeckende Kleidung und gegebenenfalls Moskitonetze ergänzen den Schutz. Kein Medikament schützt vollständig vor Malaria.
- Reiseapotheke und Verhalten: Sinnvolle Medikamente, ausreichende Vorräte Ihrer Dauermedikation, Sonnenschutz sowie Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene.
Fieber während oder nach einer Reise in ein Malariagebiet muss unverzüglich ärztlich abgeklärt werden, auch bei eingenommener Prophylaxe. Nennen Sie dabei unbedingt das Reiseziel und den Reisezeitraum.
Was übernimmt die Krankenkasse – und was nicht?
Die Kostenübernahme bitte vorab klären: Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf Schutzimpfungen nach der Schutzimpfungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Bei privaten Auslandsreisen erstatten viele Krankenkassen bestimmte Reiseimpfungen zusätzlich als freiwillige Satzungsleistung. Ob Beratung, Impfstoff, Durchführung oder Malariamedikamente übernommen werden, unterscheidet sich je nach Kasse und Anlass.
Reiseberatung und nicht erstattete Reiseimpfungen oder Medikamente können privat zu bezahlen sein. Klären Sie vor der Behandlung den Umfang und die Kosten mit uns sowie die Erstattung mit Ihrer Versicherung. Bei beruflich veranlassten Reisen gelten gegebenenfalls andere Zuständigkeiten. Eine Reiseapotheke und eine Auslandsreisekrankenversicherung sind gesondert zu betrachten.
Tipp
Manche privaten Zusatzversicherungen und einige gesetzliche Krankenkassen übernehmen Reiseimpfungen freiwillig – lohnt sich nachzufragen, bevor Sie den Termin machen.
Hinweis
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Reiseberatung. Reiseziele, Impfstoffe und Empfehlungen ändern sich – sprechen Sie Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin vor jeder Reise persönlich an.
Sie planen eine Reise? Sprechen Sie uns möglichst frühzeitig an. Bringen Sie Ihren Impfpass, einen Medikamentenplan und die genaue Reiseroute mit. Auch wenn bis zur Abreise weniger als sechs Wochen bleiben, können wir gemeinsam sinnvolle Maßnahmen besprechen.
Quellen und weiterführende Informationen (geprüft am 22.10.2026)
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